Handreichung der Amadeu Antonio Stiftung zum Umgang mit Rechtspopulismus und Rassismus in der KiTa

Die Handreichung "Ene, mene, muh – und raus bist du! Ungleichwertigkeit und frühkindliche Pädagogik" für das Handlungsfeld Kindertagesbetreuung
reagiert auf neue Herausforderungen im Umgang mit Abwertungen, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus.
Im Rahmen der Fachtagung „Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“ (Bericht folgt) nahm Bundesfamilienministerin Franziska Giffey am Dienstag in Berlin auch Stellung zur Frühkindlichen Bildung allgemein und zum „Gute KiTa Gesetz“. Zunächst zollte sie den pädagogischen Fachkräften ein dickes Lob, da sie unter „oftmals schwierigen Rahmenbedingungen einen tollen Job“ machen würden. Sie unterstrich, dass KiTa und Kindertagespflege „pädagogische Bildungseinrichtungen“ sind und dass die Frühkindliche Bildung eine „nationale Bildungsaufgabe ist“.

Entsprechend werde mit dem Gute-KiTa-Gesetz unter dem Motto „Mehr Qualität und weniger Gebühren“ auch in die Zukunft investiert. Sie sprach sich dagegen aus, diese beiden Aspekte des Gesetzes gegeneinander auszuspielen, denn: „Wenn wir über Qualität reden, müssen wir auch über Zugänge reden“ und die seien in der jetzigen Situation nicht für alle Familien gegeben. Deswegen sollen mit dem Gesetz auch soziale gestaffelte Beiträge bzw. die Beitragsfreiheit für die finanziell Schwächsten mitfinanziert werden. In zehn Handlungsfeldern solle aber insbesondere auch die Qualität verbessert werden und hier, so Giffey, „muss eine bessere Fachkraft-Kind-Relation Priorität haben“. Aufgrund der sehr verschiedenen Ausgangslagen werde der Bund zu diesem Punkt individuelle Vereinbarungen mit jedem Bundesland treffen und perspektivisch sollten aber auch „bundesweite Standards“ ins Auge gefasst werden.

Fachkräfteoffensive angekündigt

Als zentrale aktuelle Herausforderung benannte Franziska Giffey aber auch den Fachkräftemangel und kündigte ab dem nächsten Jahr eine mit 40 Millionen Euro hinterlegte Fachkräfte-Offensive des Bundes an. Im Fokus stünden hierbei die vergütete praxisintegrierte Ausbildung, die Praxisanleitung und eine entsprechende Entlastung der Fachkräfte sowie die Durchlässigkeit und Aufstiegsmöglichkeiten im KiTa-Feld.

In „Zeiten von Hetze, Hass und Populismus“ kündigte sie an sich mit Nachdruck für ein „Demokratiefördergesetz“ einzusetzen und versprach mit ihrem Berliner Charme: „Penetranz schafft Akzeptanz.“
Karsten Herrmann
Mit einer Petition setzt sich "Mittendrin e.V." für die Einführung eines Rechtsanspruches auf integrative Betreuung in wohnortnahen Kindertagesstätten in Niedersachsen ein. Die Petition hat folgenden Wortlaut:

WIFF-Tagung beleuchtet das Feld


Die Entwicklungen im deutschen KiTa-System sind in den letzten zehn Jahren von einer hohen Dynamik geprägt: Auf der einen Seite ein massiver quantitativer Ausbau insbesondere der U3-Plätze, auf der anderen Seite ein Ringen um qualitative Verbesserungen und zugleich immer höhere Ansprüche an die pädagogischen Fachkräfte - ohne dass sich die Rahmenbedingungen entscheidend verbessert hätten. Auf einem „Bilanzkongress“ nahm die WiFF diese Entwicklungen kritisch in den Blick und eröffnete Perspektiven aus Forschung und Praxis. Zugleich feierte die WiFF ihr zehnjähriges Bestehen und wurde unter anderem vom Ministerialdirigenten Dr. Stefan Luther aus dem BMBF zu einer „stolzen Bilanz“ beglückwünscht. Er kündigte auch eine Weiterförderung der WiFF an, um auch in Zukunft „zielgerichtet Forschungsbefunde in die Weiterbildung zu transferieren“.
Seiten aus WiFF Bundeskongress 2018

Anhörung im Bundestag


Das sogenannte Gute-Kita-Gesetz stößt bei Experten trotz prinzipieller Unterstützung für seine Zielsetzung auf viel Kritik und Zweifel.Dies wurde deutlich in einer öffentlichen Anhörung des Familienausschusses über den von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) vorgelegten Entwurf eines "Gesetzes zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung" (19/4947) sowie bei dem von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eingebrachten Antrag "Qualität in der Kindertagesbetreuung verbindlich und dauerhaft sicherstellen" (19/5078).

WiFF- Expertise beleuchtet  Ziele, Strategien und Rolle der Träger


Über das Personalmanagement in Kitas ist bisher wenig bekannt: Wie handeln Anstellungsträger, um ihren Aufgaben als Personalverantwortliche für die Beschäftigten in ihren Einrichtungen gerecht zu werden? Welche Maßnahmen ergreifen und welche Strategien verfolgen sie, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern?

WiFF-Expertise analysiert aktuelle Entwicklungen


Im Zuge des enormen Ausbaus der Kindertageseinrichtungen wurden in den letzten Jahren die Aufnahme kapazitäten an den Fachschulen für Sozialpädagogik stark erhöht. Auch strukturell ist reorganisiert worden: Ausdifferenzierte berufsbegleitende Teilzeitmodelle und neue vergütete Ausbildungsformen sollen weitere Zielgruppen für die Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher erschließen.

Expertise beleuchtet landesrechtliche Regelungen


Seiten aus expertise inklusion 2018 webInklusive Bildung zielt auf die Teilhabe aller Menschen an qualitativ hochwertiger Bildung, um deren Potenziale voll entfalten zu können. Träger sowie Kindertageseinrichtungen sind gefordert, diesen weiten Inklusionsbegriff der Bildungsagenda 2030 in ihren Konzeptionen und in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Familien in all ihrer Vielfalt umzusetzen. Damit das gelingen kann, sind entsprechende Rahmenbedingungen, ausreichend und gut qualifiziertes Personal sowie eine adäquate Finanzierung notwendig. Aber gerade die Finanzierung inklusiver Bildungs- und Betreuungsangebote ist vielerorts weder transparent noch hinreichend ausgestaltet.

Interessenbekundungsverfahren gestartet


Ab sofort läuft das Interessenbekundungsverfahren zum neuen Bundesprogramm „ProKindertagespflege: Wo Bildung für die Kleinsten beginnt“. Mit dem Bundesprogramm fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) von Januar 2019 bis Ende 2021 die Weiterentwicklung der Kindertagespflege in Deutschland.

Ein Blick zurück und voraus auf die Entwicklung der Frühkindlichen Bildung und die ErzieherInnen-Ausbildung mit Dorothee Schnepper-Leuck


Dorothee Schnepper-Leuckhat über viele Jahre hinweg SozialassistentInnen und ErzieherInnen an der Fachschule Sozialpädagogik in Melle ausgebildet und sich zudem im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Fachschulen (LAG Niedersachsen) sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft der öffentlichen Fachschulen Sozialpädagogik (BöfAE) engagiert. Im Interview mit Meike Sauerhering blickt sie aus ihrem (Un-) Ruhestand auf ihrer Erfahrungen und die Veränderungen in der frühkindlichen Bildung sowie in der ErzieherInnen-Ausbildung zurück.