Laut Bertelsmann Ländermonitor wurde die Kindertagesbetreuung in Niedersachsen (NI) in den letzten Jahren ausgebaut. Es sind mehr Plätze geschaffen worden und auch die Personalausstattung wurde verbessert. Allerdings gebe es auch weiterhin erhebliche Reformbedarfe bei der frühkindlichen Bildung in NI. Hier einige zentrale Blitzlichter aus dem Ländermonitor für Niedersachsen:

Bertelsmann Ländermonitoring zeigt auf: Fehlende Plätze, fehlende Fachkräfte, schlechte Personalschlüssel

Neuen Berechnungen zufolge fehlen in Deutschland, vor allem im Westen, rund 430.000 Kita-Plätze. Im Osten wiederum ist eine Fachkraft für zu viele Kinder zuständig. Zwar besteht die Chance auf spürbare Verbesserungen bis 2030 – doch dafür müssen jetzt die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden. Um die aktuelle Notsituation abzufedern, sind weitere Maßnahmen nötig.

Ein Gastbeitrag des didacta-Ausschuss Frühe Bildung


Viele Fachkräfte und Eltern sind skeptisch gegenüber digitalen Medien in der Frühpädagogik. Dabei ist die Kita der Ort, wo schon die Kleinsten einen sinnvollen Umgang damit erlernen können.

Begründung: Sinkende Lernleistung, negative gesundheitliche, psychische und soziale Nebenwirkungen

Über 40 Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Disziplinen fordern zusammen mit Kinder- und Jugendärzten von den Kultusminister:innen der Länder ein Moratorium der Digitalisierung an Schulen und vorschulischen Bildungseinrichtungen. Unter den Erstunterzeichnern sind führende Experten wie der Ordinarius für Schulpädagogik Prof. Klaus Zierer (Universität Augsburg), die Mediziner Prof. Manfred Spitzer (Universitätsklinik Ulm) und Prof. Thomas Fuchs (Jaspers-Lehrstuhl Universität Heidelberg) sowie der Medienpädagoge Prof. Ralf Lankau (Hochschule Offenburg).
Um die Zukunft der Bildung und der Bildung für Nachhaltigkeit von der KiTa bis zu den weiterführenden Schulen geht es auf der Tagung „Die Zukunft der Bildung beginnt. JETZT! Gemeinsam lernen, die Welt zu verändern.“ in Osnabrück am 17.02.2024. Sie findet in Kooperation der Initiative Osnabrücker Schulen im Aufbruch (OSIA), der Universität Osnabrück und dem nifbe statt. Neben zahlreichen Workshops zu konkreten Reformansätzen und -Praxisbeispielen in der Bildung wird Dr. Meike Sauerhering vom nifbe einen Auftaktvortrag halten unter dem Titel: „(Was) Können Schulen von der KiTa lernen? – Das Kind im Blick.“
Obwohl sich potenziell benachteiligte Familien für ihre Kinder einen Kita-Platz wünschen, haben sie zu einem hohen Anteil keinen Betreuungsplatz. An diesem „Kita-Gap“ hat sich auch zehn Jahre nach Einführung des erweiterten Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz wenig geändert. Eine neue Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), die von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegeben wurde, geht deshalb der Frage nach, wie sich diese ungedeckten Kita-Bedarfe über unterschiedliche Gruppen von Familien verteilen und was die Gründe dafür sind, dass trotz Bedarf kein Platz genutzt wird.
978 3 525 40017 3M8HMfUTTpCHen 600x6002xDer Kinderschutz ist in der Jugendhilfe und insbesondere in KiTas derzeit in aller Munde – zum einen, weil bis spätestens Ende des Jahres alle KiTas ein eigenes Kinderschutzkonzept entwickelt haben müssen, zum anderen, weil durch den akuten Personalmangel die Kinderrechte oftmals gefährdet sind und verletzendes Verhalten zunimmt.
Anja Thürnau befasst sich in ihrem zweiten Fachbuch mit dem Thema Kinderschutz aus systemischer Perspektive und bezogen auf die verschiedensten pädagogischen Handlungsfeldern wie Kindertagesstätten, Jugendarbeit und Jugendhilfe.
Das investigative Journalist*innen-Kollektiv CORRECTIVv hat über ein Online-Plattform, Kita-Mitarbeitende und Eltern befragt, welche Folgen der Personalmangel in Kitas für sie und die Kinder hat. Das Ergebnis ist dramatisch und Correktiv resümiert: "Die deutschen Kitas stehen vor dem Zusammenbruch: Erzieherinnen vor dem Burnout, Schließungen durch Personalmangel – und Kinder, die nur verwahrt statt gefördert werden."

Neue Expertise des Paritätischen wertet Maßnahmen aus


In der öffentlichen Wahrnehmung stehen die Betreuungs- und Bildungsaspekte der Kindertagesbetreuung vielfach im Vordergrund. Dabei wird manchmal übersehen, dass der Abbau von Benachteiligungen ebenfalls ein zentraler gesetzlicher Auftrag der Kindertagesbetreuung ist, der in § 1 Abs. 3 Nr. 1 SGB VIII grundsätzlich für die gesamte Kinder- und Jugendhilfe als Handlungsprinzip festgehalten ist. Demnach soll die Kinder- und Jugendhilfe dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen.
Wie kann der (wechselseitige) Transfer zwischen Forschung und Praxis gelingen und so auch zur kontinuierlichen Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung beitragen? Diese Frage stand im Zentrum des zweitägigen hybriden WiFF-Kongresses in der Berliner Robert Bosch-Repräsentanz. Dabei zeigte sich: Die Frage des gelingenden Transfers ist auf der wissenschaftlich-empirischen Ebene noch weitgehend eine Blackbox.