Interessenbekundungsverfahren gestartet


Ab sofort läuft das Interessenbekundungsverfahren zum neuen Bundesprogramm „ProKindertagespflege: Wo Bildung für die Kleinsten beginnt“. Mit dem Bundesprogramm fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) von Januar 2019 bis Ende 2021 die Weiterentwicklung der Kindertagespflege in Deutschland.

Ein Blick zurück und voraus auf die Entwicklung der Frühkindlichen Bildung und die ErzieherInnen-Ausbildung mit Dorothee Schnepper-Leuck


Dorothee Schnepper-Leuckhat über viele Jahre hinweg SozialassistentInnen und ErzieherInnen an der Fachschule Sozialpädagogik in Melle ausgebildet und sich zudem im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Fachschulen (LAG Niedersachsen) sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft der öffentlichen Fachschulen Sozialpädagogik (BöfAE) engagiert. Im Interview mit Meike Sauerhering blickt sie aus ihrem (Un-) Ruhestand auf ihrer Erfahrungen und die Veränderungen in der frühkindlichen Bildung sowie in der ErzieherInnen-Ausbildung zurück.

Trotzdem fehlen in vielen Einrichtungen Fachkräfte


Seit Jahren wächst das Kita-Personal auf konstant hohem Niveau: 724.109 Beschäftigte arbeiteten im Jahr 2018 bundesweit in einer Kindertageseinrichtung. Mit rund 621.000 Personen entfällt der weitaus größte Anteil von ihnen auf pädagogisches und leitendes Personal, während 103.000 Personen in Verwaltung und Hauswirtschaft arbeiten. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Kita-Träger mehr als 31.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich eingestellt (+5 %). In den vergangenen zwölf Jahren wurden somit 300.000 neue Stellen geschaffen (+74%). Das zeigen aktuelle Auswertungen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF).

1811 WiFF ZdM Beschaeftigte
Rund 1.600 Kitas und Initiativen haben sich um den Deutschen Kita-Preis 2019 beworben / 25 Einrichtungen und 15 Bündnisse sind jetzt eine Runde weiter / Jeweils fünf von ihnen werden im Mai 2019 mit Preisgeldern von 10.000 und 25.000 Euro geehrt

Ist eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft realistisch?


Was bedeutet die allerorten beschworene Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften in der KiTa eigentlich bei genauerem Hinblicken? Ist eine Kooperation und Zusammenarbeit auf Augenhöhe überhaupt realistisch bei der großen individuellen, sozialen und kulturellen Vielfalt von Familien und ihren jeweiligen Erziehungsvorstellungen? Diese Frage stand im Fokus der Jahrestagung der Deutschen Liga für das Kind und fand einige doch überraschende Antworten.

Gute Kitas nur mit dauerhafter Unterstützung durch den Bund

Der Bundesrat fordert, dass sich die Bundesregierung finanziell über das Jahr 2020 hinaus dauerhaft an der Verbesserung der Kinderbetreuung beteiligt. Nur so könne die Qualität in den Kitas bundesweit tatsächlich verbessert werden, erklären die Länder in ihrer Stellungnahme vom 19. Oktober 2018 zum Regierungsentwurf des Guten-Kita-Gesetzes.

Deutsche Liga: Mehr Ressourcen und bessere Qualität in der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft notwendig

Kinder verbringen zunehmend mehr Zeit in Tagesbetreuung. Das Eintrittsalter rückt nach vorne und die wöchentliche Betreuungszeit nimmt zu. Vor diesem Hintergrund wird eine gut funktionierende Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Eltern und Kindertageseinrichtungen bzw. Kindertagespflegestellen immer wichtiger. Die Deutsche Liga für das Kind fordert die Politik in Bund, Ländern und Kommunen auf, einen angemessenen Teil der in den kommenden Jahren im Rahmen des Gute-Kita-Gesetzes vorgesehenen zusätzlichen Mittel für eine bessere Qualität in der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft einzusetzen.

"Qualitätsversprechen einlösen!"


Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege und die Gewerkschaften sehen Nachbesserungsbedarf im Entwurf des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung.

Die größer werdende Bedeutung frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung machen einen Ausbau der Kindertagesbetreuung und langfristige Investitionen des Bundes, auch in die Qualität der Angebote, notwendig. Die Investitionen sollten über 2022 hinausgehen, unterstreicht Caritas-Präsident Peter Neher, der auch die Präsidentschaft der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) innehat. Nur bei einer dauerhaften Beteiligung des Bundes an der Finanzierung sei davon auszugehen, dass die Länder die Qualität der Kindertagesbetreuung konsequent weiterentwickeln.

Tonne: „Frühe Förderung der Kinder und haben für das Land hohe Priorität"

In Niedersachsen werden immer mehr Kinder unter drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut: 68.176 Kinder dieser Altersgruppe waren es zum Stichtag 1. März 2018, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am (heutigen) Mittwoch mitteilte. Das ist ein Aufwuchs um rund 3.800 Kinder oder sechs Prozent im Vergleich zum Stichtag 2017 (64.400). Die Betreuungsquote im U3-Bereich stieg damit auf 30,9 Prozent (2017: 29,6 Prozent).

Wer soll die fehlenden Fachkräfte in KiTas ausbilden?


Der gravierende Fachkräftemangel in den KiTas ist mittlerweile bei allen relevanten Akteuren im Feld sowie in der Politik als zentrale Herausforderung erkannt worden. Rund 330.000 Fachkräfte werden aktuellen Prognosen zufolge bei einem bedarfsgerechten Ausbau bis zum Jahr 2025 zusätzlich gebraucht. Doch wer soll diese immense Anzahl fehlender Fachkräfte ausbilden und wie kann auch hier die Qualität gesichert werden?