Mit zehn von Michaela Kruse-Heine gestalteten Plakaten hat die Forschungsstelle Begabungsförderung des nifbe die Vielfalt und Dynamik von Talenten und Begabungen illustriert. Sie beziehen sich dabei auf Howard Garnder und sein Konzept der multiplen Intelligenzen.

Welche Rolle spielt die Beziehung in der individuellen Begabungsförderung? Diese Frage stand im Fokus einer Tagung der nifbe-Forschungsstelle „Begabungsförderung“, an der über 200 ErzieherInnen, LehrerInnen und andere pädagogische Fachkräfte teilnahmen.
 

In seinem Grußwort umriss nifbe-Geschäftsführer Reinhard Sliwka zunächst den Begabungsbegriff der Forschungsstelle, der davon ausgehe, „dass jedes Kind Begabungen und Talente hat, die erkannt, unterstützt und gefördert werden müssen“. Im Fokus der täglichen Arbeit stehe die Frage, wie die individuelle Begabungsförderung in der Praxis der KiTa, aber auch in der Grundschule umgesetzt werden könne. Unter dem Stichwort der „Chancengerechtigkeit“ wies Reinhard Sliwka auf die enorme gesellschaftliche Bedeutung der individuellen Förderung hin: „Auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung dürfen wir kein Kind verloren geben und alles daran setzen, die einzelnen Stärken und Begabungen auszuschöpfen.“


Was sind die drängendsten Probleme und Herausforderungen in einem sich rasant wandelnden Kita-Alltag? Was erwartet die Praxis sich dabei vom nifbe und welche Erfahrungen hat sie bisher mit diesem Institut gemacht, das sie einbeziehen und unterstützen möchte? Unter dem Motto „Mit dem Ohr an der Praxis?!“ standen diese Fragen auf der Tagesordnung eines „Runden Tisches“ der nifbe-Ko-Stelle mit zwölf Kita-Leiterinnen aus Niedersachsen.

Bildungspläne zwischen Verbindlich- und Beliebigkeit

Jedes der 16 Bundesländer in Deutschland hat mittlerweile einen eigenen Bildungs- oder Orientierungsplan für die (früh-) kindliche Bildung und Erziehung vorgelegt. Doch so unterschiedlich ihr Umfang – in Nordrhein-Westfalen sind es schmale 16, in Bayern stolze 480 Seiten - so unterschiedlich sind sie in Entwicklung, Intention und Umsetzung. In einem nifbe-Expertenworkshop diskutierten daher jetzt rund 60 Länder-VertreterInnen aus den Ministerien, der Bildungs-Administration und wissenschaftlichen Begleitung sowie der Praxis den derzeitigen Stand der Dinge sowie Anforderungen an erfolgreiche Reformprozesse durch die Bildungspläne.

Kindertagesstätten (Kitas) sind inzwischen mehr als reine Betreuungsorte und übernehmen wichtige Bildungs- und Erziehungsaufgaben. Zu diesem Urteil kommen rund 800 Eltern, Nicht-Eltern und Kita-Fachkräfte, die vom TÜV Rheinland im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung befragt wurden. Allerdings gehen die Erwartungen an die in der Kita zu vermittelnden Bildungs- und Erziehungsinhalte bei den Befragten sehr weit auseinander.

In Kooperation mit der Integrationsbeauftragten des Landes Niedersachsen, Honey Deihimi, fand jetzt die mit knapp 200 TeilnehmerInnen ausgebuchte Tagung „Stärkung interkultureller Kompetenz im frühkindlichen Bereich“ des nifbe Regionalnetzwerk Mitte in Hannover statt. Mit der Tagung sollte an bisherige Aktivitäten und Erkenntnisse angeknüpft und wichtige Impulse für die weitere praxisbezogene Arbeit in diesem Themenfeld gegeben werden.

„Die Sprache ist die Form, das Gewand und die Gestalt des Geistes“ (Fjodor Dostojewski)


Unter dem Titel „Sprachförderung in der KiTa – Programm oder Alltag“ führte das nifbe jetzt seine 1. „Landesweite Expertenrunde Sprache“ mit über 40 TeilnehmerInnen aus Ministerien, Wissenschaft, Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie der Praxis durch. Nach der Vorstellung von vier Praxis- und Forschungsprojekten diskutierten die ExpertInnen in Workshops wie Sprachförderung in der KiTa optimal gestaltet werden kann.
 

Zur Einführung zitierte die nifbe-Koordinatorin Maria Korte-Rüther eine Feststellung des Deutschen Bildungsrates von 1970: Demnach solle es in der Sprachförderung mehr um das Erfinden von Situationen gehen, die zum Sprechen locken und anregen, als um rein formale Sprachübungsprogramme. „Eine“, so Korte-Rüther, „höchst aktuelle Forderung, die uns zu der Frage führt, was in der Zwischenzeit passiert ist.“

Die an das englische Modell der „Early Excellence Centres“ angelehnten Familienzentren sind in Deutschland auf dem Vormarsch und in Niedersachsen nimmt die Landeshauptstadt Hannover dabei eine Vorreiterrolle ein. Auf einer in Kooperation von Stadt Hannover und dem nifbe veranstalteten und restlos ausgebuchten Fachtagung wurden jetzt die konzeptionellen Grundlagen der Familienzentren vorgestellt, praxisnahe Einblicke gegeben und die ersten Erfahrungen und Ergebnisse miteinander diskutiert.

Minister Stratmann gibt Startschuss für Forschungsstellen-Bau des nifbe


Der Niedersächsische Wissenschaftsminister Lutz Stratmann gab jetzt den Startschuss für die Aufstockung des eingeschossigen Sportzentrums der Universität Osnabrück. In die neuen Räumlichkeiten soll die Forschungsstelle Bewegung und aPsychomotorik des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) einziehen, die bislang in Containern untergebracht ist. »Wir möchten mit dieser baulichen Erweiterung ein sichtbares Zeichen für die dauerhafte Etablierung des nifbe in Niedersachsen setzen und diesem innovativ aufgestellten Institut auch zunehmend baulich ein eigenes Gesicht geben«, so der Wissenschaftsminister.

Visionen und Voraussetzungen für die Erzieherin der Zukunft

 

„Die ErzieherIn im Jahre 2020“ stand im Fokus des ersten Workshops der landesweiten nifbe-Expertenrunde „Professionalisierung“. Rund 50 ExpertInnen aus dem Arbeitsfeld der Elementarpädagogik waren an diesem Tage zusammen gekommen, um gemeinsam eine Vision über den Beruf der Erzieherin in zehn Jahren zu entwerfen sowie erste Schritte für deren Realsierung zu diskutieren.


In ihrer Begrüßung zeigte sich die nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer „sehr beeindruckt über die hochkarätige und interdisziplinäre Zusammensetzung unserer niedersächsischen Expertenrunde“. Neben VertreterInnen aus der Praxis, Aus- und Weiterbildung, Fachberatung und von Kita-Trägern waren so auch die elementarpädagogischen Hochschulstandorte Emden, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Osnabrück und Vechta jeweils mit ihren ProfessorInnen vertreten.