keller4Die ehemalige nifbe-Forschungsstellenleiterin und emeritierte Prof. Dr. Heidi Keller ist von der international renommierrten Society for Research in Child Development für ihr Lebenswerk und „für herausragende Beiträge zum Verständnis internationaler, kultureller und kontextueller Diversität in der kindlichen Entwicklung“ geehrt worden.

Im nifbe stand für Heidi Keller insbesondere die systematische Analyse kultureller Einflüsse auf frühkindliche Entwicklungs – und Bildungsprozesse im Fokus (s.a. hier: Forschungsstelle Entwicklung, Lernen und Kultur)

Im Detail wurde Heidi Keller von der SRCD ausgezeichnet:
  • für ihre Arbeit, die sowohl konzeptionell als auch empirischempirisch|||||Empirie bezeichnet wissenschaftlich durchgeführte Untersuchungen und Erhebung, die gezielt und systematisch im Forschungsfeld oder im Labor durchgeführt werden. Empirische Forschungen können durch verschiedene Methoden praktisch angewendet werden. biologische und soziokulturelle Einflüsse auf kindliche Entwicklung aufzeigt
  • für ihre Beiträge zur Weiterentwicklung der kulturvergleichenden, indigenen und Kulturpsychologie
  • für unermüdliches Eintreten für die Einbindung und Förderung von Kultur und Entwicklung in Fachgesellschaften, einschließlich der Organisation von internationalen Konferenzen zur Untersuchung der kulturellen Beschaffenheit von Bindung und Entwicklung


Infragestellung der Bindungstheorie

Ihre jüngste deutschsprachige Veröffentlichung zum „Mythos Bindungstheorie“ (Verlag das Netz) stellt die als universell angenommene Gültigkeit der Bindungstheorie in Frage und beurteilt sie als nicht geeignet für eine multikulturelle Gesellschaft. Heidi Keller will mit diesem Buch konfrontieren, wenn es darum geht, mit welcher Selbstverständlichkeit die Bindungstheorie rezipiert wird, und die teilweise untragbaren Konsequenzen aufzeigen, die sich aus einer blinden Übernahme der Theorie in die Praxis ergeben. Sie will damit einen Diskurs aus wissenschaftlicher, fachpolitischer und ethischer Perspektive anregen, um die hoch engagierte Fachpraxis von den Anstrengungen, die sich aus einer unkritischen Rezeption der Bindungstheorie ergeben, zu entlasten und bei ihrem Einsatz für eine gute Kindertagesbetreuung zu unterstützen.
 
Karsten Herrmann