Die Entwicklung von Mehrsprachigkeit und mögliche Einflussfaktoren

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Entwicklung von Mehrsprachigkeit und mögliche Einflussfaktoren
  2. Spracherwerb bei Mehrsprachigkeit
  3. Erwerbsaufgabe – was das Kind lernen muss
  4. Simultaner bzw. bilingualer Erstspracherwerb
  5. Früher Zweitspracherwerb
  6. LITERATUR

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Die Beherrschung von Sprache ist nach Kany und Schöler (2007, S. 9) der Schlüssel zum Tor der Welt, sie ist „Eintritts- und Mitgliedskarte“ in einem. Sprachkompetenz garantiert den Zugang zu einer bzw. in der Regel mehreren (Sprach-)Gemeinschaft/en und ist gleichzeitig „Ausdruck der Zugehörigkeit“ zu diesen Gemeinschaften und der umgebenden Gesellschaft.

Mehrsprachigkeit stellt weltweit die Regel, nicht die Ausnahme dar – weniger als ein Drittel der Menschen wachst einsprachig auf. Mehrere Sprachen gehören zum Alltag sehr vieler Menschen dazu. Deutschland ist ein Einwanderungsland und befindet sich in einem Veränderungsprozess zu einem multiethnischen und multikulturellen Land.


Betrachtet man die letzten 60 Jahre, ist der Wandel von einer mehr oder weniger ein- zu einer mehrsprachigen Gesellschaft – ausgelost durch die Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen in den 1950er Jahren – unaufhaltsam fortgeschritten und erreichte mit der großen Zahl an Zuwanderungen der letzten Jahre von 1,5 Millionen Menschen einen Höhepunkt.
Knapp jede vierte Person (26,5 Prozent) hatte 2017 im Westen Deutschlands einen Migrationshintergrund – in Ostdeutschland jede fünfzehnte Person (6,8 Prozent), deutschlandweit jede fünfte Person. Ein Migrationshintergrund liegt dann vor, wenn eine Person selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Gemäss des Mikrozensus (2017) leben bezogen auf die Bundesländer die meisten Personen mit Migrationshintergrund in Nordrhein-Westfalen (26,2 Prozent), ihr Bevölkerungsanteil ist in Bremen am höchsten (32 Prozent). Von allen Personen mit Migrationshintergrund sind rund zwei Drittel (68,4 Prozent) selbst eingewandert, ein Drittel ist in Deutschland geboren (31,6 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte der Personen mit Migrationshintergrund sind Deutsche (51,1 Prozent). Mittelfristig wird sich der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund Schätzungen zu Folge weiter erhöhen. Jede sechste Ehe in Deutschland ist binational. Im Jahr 2017 hatten 39,1 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund; bundesweit also bereits jedes dritte unter fünfjahrige Kind. In Großstädten liegt der Anteil höher. Für viele dieser Kinder ist bekannt, dass sie mit mehr als einer Sprache aufwachsen (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2016).



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